⚠️ Wichtige Hinweise

Alle Infos, Hinweise und Zeiten sind noch vorläufig und können sich ändern. Die neuesten Updates bekommt ihr rechtzeitig auf unserer Website und auf Instagram unter 📷 @dmfk26_muenchen

Als Veranstalter*innen der oDMFK26 verpflichten wir uns, die Guidelines der *BMA (Star Bike Messenger Association) sowie die 2023 in Berlin abgestimmten Awareness-Erweiterungen für ein sicheres und respektvolles Event in München umzusetzen.

Mehr Infos dazu findet ihr unter den folgenden Links:

Awarenesskonzept oDMFK 2026 München

Wir haben den Anspruch an unsere Veranstaltungen und deren Besucher*Innen, dass sie sensibel für jegliche Diskriminierung (Sexismus, Homophobie, Transphobie, Misogynie, Rassismus, Ableismus, Antisemitismus, Hass auf Religionen) sind. Grenzüberschreitungen und dominantes, mackerhaftes oder gewaltvolles Verhalten dulden wir nicht. Bitte nehmt Rücksicht aufeinander und seid aufmerksam!

Denn…

Persönliche Grenzen sind subjektiv!

Was Spaß für einzelne Personen bedeutet, ist vom Individuum und der spezifischen Situation abhängig.

Mit diesem Konzept wollen wir auf einen neuen gesellschaftlichen Normalzustand hinarbeiten, in dem das Achten der eigenen und der Grenzen anderer selbstverständlich ist. Als Szene können wir so mit gutem Beispiel vorangehen und für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander einstehen.

  • Fotos

    Am Housing gilt ein striktes Fotoverbot!
    Überall sonst darf fotografiert werden. Wenn ihr Fotos von einzelnen Personen macht, fragt wenn möglich um ihre Erlaubnis. Sollte eine Person darum bitten, ein von ihr gemachtes Foto zu löschen, diskutiert nicht und löscht es bitte. Das gilt auch für das Hochladen von Fotos auf sozialen Medien.

  • OKF

    Seid solidarisch und lasst eure Shirts an!
    Flinta*s werden immer noch häufig objektiviert. Es macht einen großen Unterschied, ob sich eine Flinta*-Person oder eine männlich gelesene Person in der Öffentlichkeit mit freiem Oberkörper zeigt. Denn unbekleidete Oberkörper von Flinta*-Personen in öffentlichen Räumen werden kriminalisiert und auch heute noch unter Strafe gestellt.
    Der gut gemeinte Ratschlag, Flinta* sollen “einfach auch” blankziehen, ist ein Zeichen (männlicher) Ignoranz gegenüber Flinta*-Personen. Daher wünschen wir uns eine Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien, mit der Wirkung des eigenen Körpers im öffentlichen Raum und was für Botschaften damit gesendet werden.

  • Hunde

    Laute Musik und größere Menschenmengen sind für Hunde große Stressfaktoren. Außerdem gibt es auch Menschen, die Angst vor Hunden haben. Bitte bringt (wenn möglich) eure Hunde nicht mit! Sollte dies nicht möglich sein, tragt bitte die Verantwortung für das Wohlergehen und das Verhalten eures Tieres.

  • Substanzkonsum

    Am Housing gilt eine strikte „no drug policy“ (inklusive Alkohol).
    Je Veranstaltungsort ist womöglich das Mitbringen und Konsumieren von hochprozentigem Alkohol (ab 14 %) verboten. Da es sich hier um einen geschützten Raum handeln könnte, in dem sich auch Jugendliche und Kinder aufhalten, ist Konsum grundsätzlich untersagt.
    Offenes Konsumieren von Substanzen wird nicht toleriert. Wer vertickt, fliegt ohne Umschweife raus. Respektiert eure eigenen und unbedingt die Grenzen von anderen!

  • Rauchen

    In allen Innenräumen gilt ein striktes Rauchverbot!
    Draußen kann geraucht werden, auch hier bitten wir euch um Rücksichtnahme.

  • Erste Hilfe

    Sollte eine Person nicht mehr ansprechbar sein, ruft das Awareness-Team oder einen Krankenwagen.

Awareness ABC

Grundlagen/ Begrifflichkeiten/ Hintergründe

  • Awareness

    Ist ein Ansatz der Achtsamkeit im Umgang miteinander, wodurch ein Bewusstsein für die eigenen, die Grenzen anderer, sowie ein Bewusstsein für Machtstrukturen geschaffen werden soll. Es liegt in der Verantwortung

  • Cis-Gender / cis-Mann

    Cis-gender Personen identifizieren sich mit dem sozialen Geschlecht, das ihnen bei ihrer Geburt anhand ihrer Genitalien zugeschrieben wurde. Cis-Männer sind demnach Personen, die bei ihrer Geburt männlich gelesen wurden und sich als Mann fühlen.

  • Definitionsmacht

    Betroffene Personen definieren selbst was ihnen passiert ist, welche Form von Gewalt, sexualisierter Gewalt oder Diskriminierung sie erleiden mussten.
    Diese Definition ist nicht zwangsläufig starr und kann durch die betroffenen Personen mit einem zeitlichen Abstand anders benannt oder bewertet werden. Ein möglicher Grund dafür kann sein, dass die betroffene Person nicht einschätzen konnte, wie krass die Gewalt war und sich diese Situation nach dem ersten Schock nochmal anders für sie darstellt.

  • Diskriminierung

    Ist ein soziales Phänomen von Benachteiligung, Ausgrenzung und Abwertung von Personen oder Gruppen, basierend auf Annahmen von Eigenschaften dieser.

  • Flinta*

    Unter Flinta* verstehen wir alle nicht cis-männlichen Personen. Es steht für: Frauen, Lesben (eigentlich eine sexuelle Orientierung, dennoch enthalten auf Grund der wichtigen Rolle der Lesbenbewegung in feministischen Kämpfen), Intersex, non-binäre Personen, Transpersonen, Agender.
    Im englischen wird meistens der Begriff WTNBIA+ (women, transgender, nonbinary, inter*/ intersex & agender) verwendet.

  • Konsens

    Ist der Versuch, die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen und eine Übereinstimmung oder Einigkeit zwischen mehreren Personen oder Gruppen zu schaffen. Konsens ist eine Methode zur Reflexion und Kommunikation von persönlichen und sexuellen Bedürfnissen, Grenzen und Wünschen. Konsens beinhaltet eine aktive Zustimmung, ein aktives Ja und nicht die Abwesenheit von einem Nein.

    Nein heißt Nein und ja heißt ja!!!

  • Privilegien

    Sind gesellschaftliche Vorteile, die Menschen auf Grund einer vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlich konstruierten Gruppe haben. Durch Privilegien eröffnen sich Handlungsmöglichkeiten und Handlungsräume. Personen, denen eine gesellschaftliche Normalität zugeschrieben wird, gelten als privilegiert.

  • Rücksicht und Aufmerksamkeit

    Das höchste Ziel der Auseinandersetzung mit Awareness-Arbeit und -Strukturen ist ihre eigene Abschaffung. Denn: Wenn die Gesellschaft in sich aware ist, braucht es diese Strukturen nicht mehr. Dann passen alle gut auf sich und andere auf. Aus diesem Grund sind Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme zwei wichtige Aspekte von Awareness im Allgemeinen. Verhaltet euch rücksichtsvoll und achtet aufeinander. Wenn ihr

  • Selbstbezeichnung

    Personen werden oft mit Kategorien oder Bezeichnungen betitelt, denen sie sich nicht zugehörig fühlen (Fremdbezeichnungen). Selbstbezeichnungen dagegen sind Namen, die eine Gruppe oder Person für sich wählt. Durch die gesellschaftlich gängige Geschlechtereinteilung in männlich und weiblich, sind klassische Personalpronomen, welche für Fremdbezeichnungen genutzt werden, „sie/ihr“ und „er/ihm“. Da es in unserer Gesellschaft auch Personen gibt, die sich nicht dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen, gibt es auch noch Neopronomen wie beispielsweise „dey/deren“.

    Namen und Äußerlichkeiten lassen die Geschlechtszugehörigkeit einer Person nicht zuverlässig ableiten. Aus diesem Grund bitten wir euch keine eigenen Annahmen zu machen, sondern Personen direkt nach ihren bevorzugten Pronomen zu fragen.

    Nutzt die Möglichkeit, euch während der Veranstaltung Namensschilder mit euren Pronomen zu machen.

Umsetzen von Awareness Strukturen

Awareness-Team – präsent, ansprechbar, solidarisch!

Das Awareness-Team besteht aus mehreren geschulten Personen, die sich gut mit grenzüberschreitenden Situationen, Diskriminierung und emotionalen Ausnahmemomenten auskennen. Sie sind während der gesamten Veranstaltung ansprechbar, arbeiten solidarisch, handeln nur auf Wunsch und achten dabei die Grenzen und Bedürfnisse der betroffenen Personen.

Die Teammitglieder sind dauerhaft präsent, am Veranstaltungsort, auf der Party, so wie auf dem Renngelände und sind deutlich an den Awarenesswesten zu erkennen.

Grundprinzipien der Arbeit sind

  • → Parteilichkeit gegenüber betroffenen Personen
  • → konsensorientiertes Handeln – nichts passiert ohne Zustimmung
  • → Vertraulichkeit in Gesprächen und Begleitung
  • → Gewaltfreiheit, Solidarität, und Empowerment

Das Team arbeitet beobachtend und begleitend, aber nicht kontrollierend. Aktiv wird es nur auf Nachfrage oder mit Einverständnis. Im Fokus steht der Wunsch, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich sicher, respektiert und nicht allein fühlen müssen.
An den Partyabenden übernimmt das Awareness-Team auch Aufgaben am Einlass – mit dem Ziel, bereits beim Zugang zur Veranstaltung für eine respektvolle und sichere Atmosphäre zu sorgen. Awareness- und Schutzarbeit greifen dabei ineinander, ohne klassische Security-Strukturen zu reproduzieren.

Sichtbarkeit und Erreichbarkeit

  • → Das Awareness-Team ist vor Ort sichtbar durch lilafarbene Westen mit “Awaremess”- Aufdruck.
  • → Der Infopoint ist durchgehend besetzt und dient als erste Anlaufstelle. Von dort wirst du bei Bedarf an das geschulte Awareness-Team weitergeleitet.
  • → Zusätzlich gibt es ein Awareness-Telefon, das rund um die Uhr erreichbar ist.

Awareness-Telefonnummer: tba

Ansprechpersonen – gemeinsam Verantwortung übernehmen

Neben dem Awareness-Team gibt es weitere Anlaufstellen, die miteinander vernetzt sind und Awareness-Strukturen mittragen. Dazu gehören die Teams an den Checkpoints, der Sanitätsdienst, die Barpersonen, die Personen am Infopoint sowie die Veranstaltenden. Alle Beteiligten wurden vorab informiert und unterstützen eine respektvolle und achtsame Atmosphäre.

Safer Space – Rückzug und Entlastung

Es gibt zwei Rückzugsräume: einen in der Nähe des Renngeländes und einen in, bzw. in der Nähe des Headquaters. Diese Räume sind ausschließlich für betroffene Personen, das Awareness-Team und – wenn gewünscht – enge Bezugspersonen zugänglich.
Sie bieten einen Ort zum Durchatmen, Sortieren oder für begleitende Gespräche. Damit dieser Raum frei bleibt von zusätzlichen Belastungen, ist dort jeglicher Konsum nicht erlaubt. Die Nutzung orientiert sich an den Bedürfnissen der betroffenen Personen – es gibt kein Muss, aber die Möglichkeit.

WAS IST IM ERNSTFALL ZU TUN?

Persönliche Grenzen sind subjektiv! Nur die Betroffenen können sagen, wann sie etwas als grenzüberschreitend empfunden haben. Das Awareness-Team sollte dies unter keinen Umständen in Frage stellen (Definitionshoheit).
Wenn das Awareness-Team nach eigener Einschätzung potenziell grenzüberschreitendes Verhalten beobachtet, kann es auf potenziell betroffene Personen zugehen, um
Unterstützung anzubieten. Sollte sich die eigene Einschätzung als richtig erweisen, sollten die betroffenen Personen sofort aus der Situation oder dem lauten Umfeld entfernt werden.

…Was bedeutet das konkret?

Leitlinien für das Gespräch mit betroffenen Personen

  • Kläre ab, ob eine Kommunikation möglich ist, und frage, ob die betroffene Person damit einverstanden ist, dass Sie dieses Gespräch führen, oder ob sie möchte, dass jemand anderes dies übernimmt. Wenn die betroffene Person nicht sprechen möchte, übe keinen Druck auf sie aus
  • Wenn du merkst, dass du im Moment nur begrenzte emotionale oder zeitliche Kapazitäten hast, kannst du einen Zeitrahmen festlegen, z. B. „Wir haben jetzt … h/min Zeit zum Reden.“
  • Weise darauf hin, dass alle Vorfälle vertraulich behandelt und nur anonym besprochen werden. Frage die betroffene Person, ob eine anonyme Weitergabe im Sensibilisierungsteam in Ordnung ist.
  • Bitte um Erlaubnis für jede Art von Körperkontakt, z. B. auch zum Trösten!

In Gesprächen sollte den Betroffenen der nötige Platz zum Reden gegeben und ihnen zugehört werden. Unter keinen Umständen dürfen die Erfahrungen oder die Schilderungen der Betroffenen in Frage gestellt werden!
Diskutiere die Situation nicht mit der betroffenen Person und versuche nicht herauszufinden, was „wirklich“ passiert ist. Stattdessen fragen wir die betroffene Person, was sie braucht, um mit dem Erlebten umgehen zu können, damit sich ihre Situation verbessert.
WICHTIG: Das Awareness-Team kann natürlich nur zur Verbesserung der Situation beitragen, solange nicht alle Wünsche der betroffenen Person mit den eigenen Grenzen kollidieren – dies sollte immer ehrlich und transparent kommuniziert werden! Die Frage muss immer lauten: Bin ich im Moment die richtige Person, um mit der Situation umzugehen / traue ich mir das zu? Wenn nicht: übergebe die Situation an eine andere Person aus dem Awareness-Team und ziehe dich aus dem Gespräch zurück.

…Und was dann?

Wie ermöglichen wir es der betroffenen Person, auf der Veranstaltung zu bleiben, mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen oder sich in einem vorübergehend sicheren Raum zu beruhigen, sich zu sammeln oder zurückzuziehen (z. B. im Achtsamkeitsraum oder ähnlichem)? Wenn es notwendig ist, die als bedrohlich empfundene(n) Person(en) von der Veranstaltung zu verweisen, sollte dies geschehen. Die Veranstaltungsorganisation hat das HAUSRECHT und kann dieses durchsetzen.

Generell gilt jedoch:

  • Wir verhängen keine Strafen, sondern versuchen, die Situation so gut wie möglich für die betroffene(n) Person(en) zu gestalten
  • Der Fokus liegt auf der Arbeit mit den Betroffenen! Wir setzen uns nur mit der/den Person(en) auseinander, die den Vorfall ausgelöst hat/haben, wenn dies von den betroffenen Personen gewünscht wird und wenn wir dazu in der Lage sind
  • Das Ziel unserer Arbeit ist es immer, der betroffenen Person Selbstbestimmung und größtmögliche Handlungsfähigkeit zu ermöglichen

… ein komplizierter Mix von Problemen?

Was tun wir in einem Streit, wenn unklar ist, wer der Auslöser und wer die betroffene Person ist?

  • Maximal 2 Personen nähern sich dem unmittelbaren Vorfall und versuchen, die Situation zu beruhigen
  • Keine Gruppenbildung oder Schaulustige – beides sollte von denjenigen verhindert werden, die sich dem Vorfall nicht nähern – d. h. bitte unbeteiligte Umstehende, den Ort des Geschehens zu verlassen
  • Wenn die Konfrontation aggressiv oder gewalttätig ist, gilt das Sicherheitskonzept

DAS HAUS BRENNT BEREITS? SICHERHEITSKONZEPT

Wie schützen wir uns vor gewalttätigen Angriffen?

  • Wir lassen uns nicht auf körperliche Auseinandersetzungen mit Tätern ein! Wenn überhaupt, wehren wir Angriffe gegen uns nur ab, sofern möglich
  • Wir wenden keine körperliche Gewalt an, um Regeln durchzusetzen (Ausnahme: ein Hausverbot, das nach Rücksprache mit der Gruppe verhängt wird. Wir haben das Hausrecht und setzen es durch. Bei Bedarf holen wir Verbündete ins Team.)
  • Teaminterne Nachbesprechung unmittelbar nach jedem Vorfall mit allen beteiligten Personen des Awareness-Teams. Die anonymisierte Fallbesprechung gilt auch hier.

💜 Gemeinsam für ein sicheres Event

Awareness geht uns alle an. Jede*r kann dazu beitragen, dass sich alle wohlfühlen. Achte auf dich und andere, respektiere Grenzen und sprich Probleme an. Nur gemeinsam schaffen wir einen Safe Space für alle.

Awareness-Team kontaktieren